Veranstaltung

  • 03. Mai 2017 | 19.00 Uhr
  • Heino Schmieden
  • Architekt und Baumeister
  • Vortrag, Lesung und Gespräch mit
    Dr. Oleg Peters, Dr. Marc Wellmann, Roland Kretschmer, Sibylle Nägele und Joy Markert

    Portrait Schmieden

    Heino Schmieden war fest in Berlin verwurzelt und lebte mit einer kurzen Unterbrechung von 1846 bis 1913 in Berlin. Er war fast 50 Jahre als geachteter und einflussreicher Architekt in der Stadt tätig, das Atelier war 1871−1883 am Karlsbad 12/13, im Haus von Martin Gropius, dann über 30 Jahre in seinem eigenen Haus, Lützowplatz 10. Diese Gebäude sind nicht mehr erhalten, aber 1891/92 übernahm Schmieden zusammen mit dem Architekten Rudolph Speer die Erweiterung vom Haus am Lützowplatz, dem Sitz des heutigen Kunstvereins, das seinerzeit noch die Hausnummer 5 trug.

    Schmiedens Bauten – durchweg bedeutende Kulturdenkmäler – prägen heute noch das städtische Antlitz Berlins: Martin-Gropius-Bau, Museum für Fotografie in der Jebenstraße, Bankhaus Mendelssohn in der Jägerstraße, Schloss Biesdorf, Krankenhaus am Friedrichshain, Wenckebach-Krankenhaus, Klinikum Westend, aber auch das erste Kinderkrankenhaus der Stadt Berlin, an der Reinickendorfer Straße. Erhalten ist auch das Mietshaus Kurfürstenstraße 21-23.

    Das Werk Heino Schmiedens ist für die Architekturgeschichte in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts von großer Bedeutung, weil in seinen Projekten exemplarisch die Vielschichtigkeit dieser Epoche sichtbar wird. Sein Schaffen umfasst zahlreiche qualitätvolle Kultur-, Wohn- und Geschäftsbauten sowie insbesondere viele Krankenhäuser in ganz Deutschland, der Schweiz, in Polen, Tschechien, Russland, Griechenland und Argentinien.

    Der Bauhistoriker Dr. Oleg Peters stellt den zu Unrecht eher wenig bekannten Architekten Heino Schmieden vor, den von 1866 bis 1880 eine Entwurfsgemeinschaft mit Martin Gropius verband. Nach Gropius’ frühem Tod führte er die wohl erfolgreichste Berliner Architektensozietät des 19. Jahrhunderts »Gropius & Schmieden« weiter, mit neuen Partnern: Viktor von Weltzien, Rudolph Speer, Julius Boethke und Heinrich Schmieden.

    Heino Schmieden starb am 7. September 2013 in seinem Wohnhaus am Lützowplatz. Beigesetzt wurde er auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof an der Großgörschenstraße in Schöneberg.

     

    Cover_Schmieden-Buch_Lukas-Verlag

    Oleg Peters’ Buch »Heino Schmieden. Leben und Werk des Architekten und Baumeisters. 1835-1913« erschien im Lukas Verlag, Berlin

     

    Eine Veranstaltung von Literatur-Salon Potsdamer Straße und dem Haus am Lützowplatz. In Kooperation mit dem Lukas Verlag.

    Eintritt: frei

Haus Schmieden, Lützowplatz 10