Veranstaltung

  • 07. Oktober 2019 | 20.00 Uhr
  • Lesung Kainszeichen
  • Albert Camus – Der Fall (La Chute)
  • Vorleser: Roland Schäfer
    Einführung: Hartmut Diekmann

     

    Albert Camus, Algerienfranzose und Spanier mütterlicherseits, war in Deutschland ein Schriftsteller der 50er und 60er Jahre. Als Autor des Absurden erhob er den Mut, die Gerechtigkit, das Gewissen und das Absurde zu seinen zentralen Kategorien. Dazu das Licht des Mittelmeers, das aber bei uns nicht die ihm entsprechende Wirkung erntfaltete. Mit 44 Jahren erhielt er den Nobelpreis für Literatur, mit 47 Jahren starb er bei einem Autounfall auf Frankreichs Straßen, das Bahnticket in der Tasche. Nach der Übertragung der Trauerfeier wurde viel über das Kreuz diskutiert, das ein „zerstreuter Kamermann der Wochenschau“-, wie es hieß, als Schlußpointe abgebildet hatte. In ‚Camus in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten‘ (Rowohlts Monographien) legt der Autor Morvan Lebesque Camus diesen Satz bei: „Wenn Gott nicht existiert, wollen wir das Unsere tun, damit es als Ungerechtigkeit erscheint.“

    Der Richter Clamance, sein Name verfehlt die Bedeutung von Gnade und Geschrei gleichermaßen, sucht sich in seiner Stammkneipe jemandem, dem er beichten kann. Mehrere Tage berichtet er sein Leben. Sehr leichtfüßig und klarsichtig, so dass ihm Zuhörer und Leser gerne folgen. Bis jeder begriffen hat, dass von ihm selbst die Rede war. „..Sie werden mir zugeben, daß Sie heute weniger mit sich zufrieden sind als vor fünf Tagen, oder?“

    Eintritt: frei