Veranstaltung

25. Mai 2022
19.00 Uhr
Buchvorstellung
Wolfgang Ullrich: Die Kunst nach dem Ende ihrer Autonomie

 

 

Als Gegenstimme haben wir an diesem Abend Harry Lehmann eingeladen, der vor kurzem in Lettre International die Position von Wolfgang Ullrich explizit kritisierte (siehe „Kunst, Freiheit, Moral. Wie es zu Autonomieverlusten in liberalen Demokratien kommt“, in: Lettre International, Heft 135, Dezember 2021, S. 24-33.) Lehmann teilt zwar viele von Ullrichs Beobachtungen, zieht daraus aber andere Schlüsse: Weder sieht er einen Paradigmenwechsel hin zu einer postautonomen Kunst, noch hält er es für wünschenswert, das Ideal der autonomen Kunst preiszugeben. Der Abend wird entsprechend das Format eines Streitgesprächs annehmen, das von Marc Wellmann moderiert wird.

 

 

Muss Kunst heute politisch, fair und klimaneutral sein? Was unterscheidet sie noch von Mode und Design? Kritisch und zugleich kulturoptimistisch: Wolfgang Ullrichs umfassende Analyse eines Paradigmenwechsels, dessen Konsequenzen weit über die Kunst hinausreichen.

 

Das in der Moderne im Westen vorherrschende Ideal autonomer Kunst ist am Ende. Unterscheidungen zwischen Kunst und Kommerz lösen sich ebenso auf wie fest umrissene Werkgrenzen und Rollenklischees: Jeff Koons entwirft Taschen für Louis Vuitton, Künstler-Labels produzieren »Art Toys«, kollaborative Projekte setzen auf die Mitwirkung vieler, und Protestgruppen fordern mehr soziale Verantwortung der Kunstwelt.

 

Mit wacher Zeitgenossenschaft führt Wolfgang Ullrich einzelne Phänomene wie beispielsweise Make-up-Fotos auf Instagram, die utopische Malerei von Kerry James Marshall und Takashi Murakamis Sneaker zusammen und entfaltet so das Panorama einer neuen Kunst, die sich mit Aktivismus und Konsum verbündet: einer Kunst, die Kräfte möglichst vieler Disziplinen in sich bündelt, damit aber anderen und mehr Kriterien als früher zu genügen hat.

 

 

 

Wolfgang Ullrich
Die Kunst nach dem Ende ihrer Autonomie
Klappenbroschur. 192 Seiten mit 40 teils farbigen Abbildungen
Buch 22,– € / E-Book 16,99 €
ISBN 978-3-8031-5190-2
Wagenbach Verlag
 
 
 

Eintritt: frei