Veranstaltung

Roland Schaefer

30. November 2015
20.00 Uhr
Hans Erich Nossack - Die Rotte Kain
Lesung Kainszeichen

Kain ist mit seiner Sippe, seiner Rotte, seit 50 Jahren, seit seinem Brudermord, unstet unterwegs. Außer Umm seinem Weib, weiß keiner von der Tat und weiß auch keiner warum diese ständige Flucht. Die Rotte hasst das Leben, hasst sich gegenseitig, kennt keine Freude, keine Güte, keine Ruhe, aber sie ist gewohnt, dem Befehl des greisen Kain zu folgen, wenngleich sich Fennek, Kains zweiter Sohn, der böse Geist der Rotte, wild dagegen auflehnt. Inmitten dieser bösen dunklen Welt, die das gute nicht kennt, gehört nur Maja, die Tochter des Ham, einem lichteren, freundlicheren Bereich an. Ihr stellt Fennek vergeblich nach.

Zu dieser Rotte, die nur durch Kains Autorität zusammengehalten wird, gerät Abel, der Enkel des Ermordeten, aus dem Land des Anfangs, des Guten, kommend, hell, blond, blauäugig. Als Kain merkt, das Abel vom Brudermord nichts weiß, nimmt er ihn als Gast in der Rotte auf, und Maja trägt ihm ihr Herz entgegen. In der Nacht als sie mit Abel zusammen ist, wird Abel auf Geheiß Fennek von einem der Sippe erschlagen. Kain hält Gericht. Die Brudermörder bleiben weiter auf der Flucht. Maja geht mit Abels Sohn unter dem Herzen ins Land des Aufgangs. Kain und Umm legen sich zur letzten Ruhe hin. (Begleittext zur Aufführung am Deutschen Schauspielhaus Hamburg vom 21. März 1952)

In Die Rotte Kain bietet Hans-Erich Nossack einen Ausblick auf die Zeit nach der Stunde Null.

Vorleser: Roland SCHÄFER

Einführung: Hartmut DIEKMANN

KainAbel

Courtesy: Felix Droese

Eintritt: Eintritt 8 Euro / erm 6 Euro